Geschichte des Ortsvereins Hochstadt

Geschichte des SPD-Ortsvereins Hochstadt

von 1910 - 2010

Die Geschichte unseres Ortsvereins begann dokumentiert mit dem ‚Gesuch der Mitglieder des sozialdemokratischen Vereins Niederhochstadt und Umgebung‘ und der Genehmigung seiner Satzung durch das ‚Königliche Bezirksamt‘ in Landau.

Geschrieben wurde das Gesuch am 29. Dezember 1909 an das ‚wohllöbliche Bürgermeisteramt Niederhochstadt‘.

Die Genehmigung der Satzung wurde am 3. Februar 1910 erteilt.

Erster Vorsitzender war der Schlosser Peter Job aus Oberhochstadt. Der Verein zählte damals 23 Mitglieder.

Über die nachfolgende Zeit bis Ende des Ersten Weltkrieges ist weiter nichts bekannt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ortsverein neu gegründet. Vorsitzender müsste damals der Maurermeister Jakob Nutz gewesen sein, der bei der Gemeindewahl am 18. April 1920 die SPD-Liste anführte. Mit ihm wurden die Genossen Heinrich Heisel (Kohlenhändler), Jakob Kloor (Bahnwärter) und Friedrich Laible (Schneidermeister) in den Gemeinderat gewählt. Bei der Gemeinderatswahl 1933 bekam die NSDAP neun, die SPD einen Sitz, auf den man verzichtete.

Bis Ende des ‚1000-jährigen Reiches‘ fehlen alle Unterlagen, die aus verständlicher Angst vor den Nazis vernichtet wurden.

‚Nach fast zwölfjährigem Verbot durch eine unmenschliche Clique niederträchtiger Menschen‘, wie es im Protokoll heißt, konnte unsere Partei am 31. März 1946 im Gasthaus zum Ochsen in Niederhochstadt ihre erste Mitgliederversammlung nach dem Krieg abhalten. Erster Vorsitzender wurde Jakob Nutz, der auch vor dem Verbot der Partei durch die Nazis, den Vorsitz führte. Weitere Genossen der ‚ersten Stunde‘ waren Georg Rieg, Karl Peter, Ernst Pressler, Anton Held, Heinrich Thomas, Heinrich Peter, Jakob Laible, Friedrich Schäffner und Hermann Wagner, um nur einige zu nennen.

Von 1947 bis 1950 führte der Genosse Anton Held den Ortsverein, von 1950 bis 1958 hatte Rudi Laible den Vorsitz, den Robert Thomas dann für zehn Monate übernahm. Am 22. Februar 1959 wurde Erwin Weis zum Vorsitzenden gewählt, der dieses Amt fast 20 Jahre innehatte und die Geschichte des Ortsvereins entscheidend mitprägte, bis er am 26. Mai 1978 aus gesundheitliche Gründen zurücktrat.

Im Jahre 1969 erfolgte im Zuge der Verwaltungsreform die Zusammenlegung der Orte Niederhochstadt und Oberhochstadt zur Gemeinde Hochstadt und somit auch die Verbindung zum SPD-Ortsverein Hochstadt.

Nach Erwin Weis wurde Hermann Köhler sen. zum ersten Vorsitzenden gewählt, der Ortsverein zählte damals 38 Mitglieder. Unter seiner Führung erfuhr die SPD Hochstadt einen erneuten Aufschwung. Im Gemeinderat wurde 1979 mit acht von 15 Sitzen die absolute Mehrheit erreicht. Das Wirken von Hermann Köhler sen. für die örtlichen Belange wird den Hochstadter Bürgerinnen und Bürger stets in guter Erinnerung bleiben. Nach seinem tragischen Unfalltod 1983 übernahm Ernst Laible den Vorsitz. Der Genosse Hans Leistner war von 1952 bis 1969 Bürgermeister von Oberhochstadt und von 1974 bis 1984 Bürgermeister von Hochstadt. Abgelöst wurde er in diesem Amt von Manfred Traub, der zwei Jahrzehnte lang Ortsbürgermeister war und zusammen mit seinen beiden Beigeordneten Hermann Köhler und Werner Dietrich und der SPD-Mehrheitsfraktion im Hochstadter Gemeinderat unsere Gemeinde in allen Belangen nach vorn brachte.

Im Parteivorsitz wechselten sich Ernst Laible, Wilfried Miesel, Manfred Traub, Markus Lang und Lilo Weber ab. Zurzeit hat die Hochstadter SPD fünf Sitze im Gemeinderat und ist mit drei Mitgliedern im Verbandsgemeinderat Offenbach vertreten. Ernst Laible hat sich seit Jahren als Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde große Verdienste erworben.

 

Sitzungsprotokoll vom 3. April 1946 (Klicken Sie auf den Text)

 

Stimmzettel zur Gemeindewahl am 15. September 1946

(Klicken Sie auf den Stimmzettel)

 
 

 

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